Es ist wieder Zeit für eine neue Vanlife Story. Im Interview stellen wir euch heute Veronica und Martin vor. Die beiden reisen seit 14 Monaten durch Südamerika. Das alles bestreiten sie mit ihrem VW T3 Syncro Bus. Sie haben auf ihrer außergewöhnlichen Reise sehr viele spannende Abenteuer erlebt. Ihr könnt den beiden auf roadtripgirl folgen.

1. Erzählt doch kurz wer ihr seid und wann, wo und vielleicht warum ihr zum Thema Vanlife gekommen seid?

Mein Freund Martin und ich, Veronica, reisen nun seit 14 Monaten in unserem VW Bus durch Südamerika. Unsere Liebe zum Vanlife fing vor etwa 9 Jahren an. Wir haben uns damals einen VW LT gekauft, ihn ausgebaut und sind damit in die Ferien gefahren. Schnell haben wir dann bemerkt, dass das Fahrzeug zu gross für uns ist. Der LT wurde wieder verkauft und Martin hat sich einen VW T2a gekauft. Der wurde von ihm restauriert und die Probefahrt, zweieinhalb Wochen England, hat der Bulli top bestanden. Wir liebten den Bus sehr, doch für eine grössere und längere Reise war er für uns persönlich dann doch zu klein. So kamen wir zu unserem jetzigen Gefährt, dem VW T3 Syncro.

2. Was macht das Reisen und wohnen im Camper für euch so besonders, bzw. was gefällt euch am meisten daran?

Jedes einzelne Fahrzeug hat dazu beigetragen, dass wir immer mehr wollten. Nicht mehr im materiellen Sinn, nein, mehr von dem Gefühl. Das Gefühl frei zu sein! Ein Tag hier, zwei Tage dort oder vielleicht auch eine Woche? Immer stärker wurde der Drang nach dem „da ist doch noch mehr“! Nicht nur von morgens bis abends zu arbeiten, nach Hause zu kommen, essen, schlafen und immer so weiter.

3. Wie verbindet ihr eure derzeitige Lebenssituation mit der Arbeit? Wie verdient ihr euer Geld, um unbeschwert reisen zu können?

Zuerst mussten und wollten wir ein finanzielles Polster haben. Vanlife und unterwegs Geld verdienen mag möglich sein, doch was wenn nicht? Es ist nicht immer so leicht wie alle denken. Was wenn mehrere Tage kein Internet zur Verfügung steht oder keine Aufträge reinkommen? Was wenn keine Lust vorhanden ist, da es so viel neues zu entdecken gibt? Auch waren wir uns nicht sicher, ob wir das überhaupt wollen. Darum hiess es für uns, eine längere Zeit untendurch gehen zu müssen. Das war nicht immer einfach, doch wenn man ein Ziel vor Augen hat, geht es immer irgendwie.

4. Wie und wo lebt ihr zurzeit, habt ihr überhaupt einen festen Wohnsitz / Homebase?

Wir gaben alles auf was wir hatten und machten uns los ins Ungewisse. Ohne Verpflichtungen und ohne Druck. Nur mit dem Wissen, wenn das Budget aufgebraucht ist, müssen wir uns irgendwo nieder lassen um zu arbeiten. Ansonsten geht es wieder in die Heimat zurück. Nun leben und reisen wir in unserem VW Bus. Eine feste Homebase haben wir keine.

5. Ist euer Lebensmodell etwas für jeden, könnt ihr es empfehlen und wenn ja, habt ihr Tipps oder Ratschläge?

Ob so ein Leben für jeden geeignet ist? Definitiv nicht! Es ist nicht immer nur toll und schön und wow… Man weiss nie, wo man die nächste Nacht verbringt. Wo ist es sicher zu stehen? An welchem Ort gibt es sauberes Wasser um den Wassertank im Bus zu füllen. Wenn man zu zweit unterwegs ist, kann einem bei schlechtem Wetter schon einmal die Decke auf den Kopf fallen. Diskussionen sind vorprogrammiert. Man verzichtet auch auf viele materielle Sachen, da man keinen Platz im Fahrzeug hat. Bevor man sich zu so etwas entschliesst, muss man sich gut überlegen ob man der Typ dafür ist. Mit wenig glücklich sein, ist nicht schwer für uns, doch das trifft nicht auf jeden zu.

6. Ist schon einmal etwas so richtig schief gelaufen auf einer Reise oder habt ihr es sogar schon einmal mit der Angst zu tun bekommen?

In Argentinien sind wir einer Schotterpiste gefolgt und wir kamen an eine Kreuzung mit drei weiterführenden Pisten. Weil wir unserem Navi glaubten, fuhren wir den angezeigten Weg. Die Strasse hat uns zuvor schon durch mehrere Flussläufe geführt und wir mussten 11 Kilometer in einem Flussbett fahren. Da dies der offizielle Weg war, dachten wir uns nichts dabei, als wir wieder vor einem Flussbett standen. Wir sahen, dass der Wasserspiegel nicht allzu tief war und fuhren hindurch. Auf der anderen Seite angekommen, bemerkten wir nach einigen Metern, dass hier keine Strasse mehr weiterführte. So fuhren wir auf gut Glück in etwa die Richtung welche uns das Navi anzeigte. Es wurde immer schwieriger um weiterzufahren, da der Untergrund nur noch aus Sand bestand.

Was wir nicht wussten, unter der Sandschicht floss der Fluss weiter. Es ging noch einige Meter, bis plötzlich unser VW Bus durch die Sandschicht einbrach und wir einen Stock tiefer im Flusslauf standen. Zum Glück war es nur noch ein Rinnsal, doch für uns keine Chance mehr, alleine da rauszukommen. Nach stundenlanger Plackerei uns auszubuddeln, gaben wir auf und machten uns auf die Suche nach Menschen.

Wir waren auf 4000 Metern über dem Meeresspiegel und Siedlungen waren dürftig gestreut. In den sechs Stunden die wir schaufelten, kam kein Mensch vorbei. Nach weiteren Stunden kamen dann doch drei Männer des Weges, da sie uns von weitem gesehen hatten. Dank ihrer Hilfe konnten wir einen Ankerpunkt setzen, indem wir an ihrem Fahrzeug das Seil unserer Seilwinde anhängen konnten. Bäume gab es da nämlich weit und breit keine. Einmal angehängt, zogen wir uns mit unserer Seilwinde aus den Flussbett raus.

Gefährliche Situationen gab es ansonsten nie wirklich. Mal ein mulmiges Gefühl oder Gedanken wie: „Wenn das nur gut geht!“, gab es immer wieder einmal. Da muss man sich einfach aufs Bauchgefühl und den gesunden Menschenverstand verlassen und dementsprechend handeln.

Bauchgefühl
  • Ein Übernachtungsplatz und es überkommt einem von uns beiden ein komisches Gefühl? Zusammenpacken und weiter fahren!
Gesunder Menschenverstand
  • Ein Fluss den es zu durchqueren gilt? Erstmal beobachten, zu Fuss durchqueren und dann entschieden, ob man es wagen soll oder nicht.

7. Wenn ihr noch einmal neu anfangen könntet, was würdet ihr anders machen?

Wenn wir nochmal von vorne anfangen könnten, würden wir einen anderen Beruf erlernen und früher anfangen zu sparen. Wäre das aber so geschehen, wer weiss ob wir dann so geworden wären, wie wir nun sind? Alles hat seine Gründe und es ist nie zu spät seine Träume zu verwirklichen.

8. Wo geht eure nächste Reise hin, wie geht es in nächster Zeit für euch weiter?

Unser Budget ist aufgebraucht und deshalb geht unsere nächste Reise erst einmal zurück in die Heimat. Dort werden wir uns neu orientieren und organisieren. Auf jeden Fall sind wir immer noch vom Reisefieber befallen. Wo es uns als nächstes hinzieht wissen wir noch nicht, doch die Welt ist gross und hält noch soviel für uns bereit.

9. Was ist euer Lebensmotto, eure Lebensweisheit und / oder ein Zitat, welches euch sehr inspiriert?

Wenn ihr einen Traum habt, dann verfolgt ihn! Auch wenn es nur in kleinen Schritten vorwärts geht, bleibt dran! Es gibt nichts schöneres als zu realisieren, dass alles möglich ist, wenn man es nur will!

10. Besitzt ihr einen Blog auf dem man euch folgen kann und/oder seid ihr in den sozialen Netzwerken aktiv?

Über unsere Reisen und Abenteuer schreibe ich auf meinem Blog. Instagram und Facebook wie auch Youtube haben wir auch.

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Hier gelangt ihr zu weiteren Vanlife Stories. Falls ihr auch eine spannende Geschichte zu erzählen habt, schreibt uns doch einfach eine Nachricht über unsere Kanäle oder unter info@abenteuer-vanlife.de . 

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