Autokauf in Kanada – auf der Suche nach dem passenden Campervan

Heute erzählen wir euch, wie wir das perfekte zu Hause auf sechs Rädern gefunden haben. Zudem erhaltet ihr wertvolle Tipps und Tricks zum Autokauf in Kanada.

Wo findet man gebrauchte Autos in Kanada/Vancouver?

Schon zwei/drei Wochen vor unserer Ankunft in Kanada waren wir im Internet auf der Suche nach dem passenden Campervan. Dabei haben wir zum einen in den kanadischen Facebook-Backpacker-Gruppen gefragt, ob jemand zu diesem Zeitpunkt sein Auto verkauft. Außerdem haben wir täglich geguckt, ob jemand seinen Van zum Verkauf reinstellt. Neben Facebook haben wir auf Internetseiten wie Craigslist und Kijiji nach einem Campervan im Raum von Vancouver gesucht. In den Backpacker-Gruppen auf Facebook stellen ausschließlich andere Reisende ihr Auto zum Verkauf rein, die ihre Reise somit bereits beendet haben und das Land bald verlassen. In den Internetbörsen haben wir hingegen nur Autos von Kanadiern gefunden.

Facebook

Insgesamt haben wir auf Facebook zwei Autos gefunden, die uns interessiert haben und die wir besichtigen wollten. Da sich eins davon leider auf Vancouver Island befand, fiel es somit erstmal weg, sonst hätten wir nämlich mit der Fähre auf die Insel fahren müssen, um das Auto zu besichtigen. Bei dem anderen Fahrzeug haben wir einen Termin vereinbart und netterweise kamen die zwei Deutschen bei uns vorbei.

Craigslist und Kijiji

Auf Craigslist und Kijiji haben wir auch einige Campervans gefunden. Da diese Einheimischen gehörten, hat sich keiner von ihnen bereiterklärt zu unserer Wohnung zu kommen, um uns den Wagen zu zeigen. Sie haben schließlich noch  genügend Zeit ihr Gefährt zu verkaufen und keine Eile im Gegensatz zu anderen Backpackern, die nicht ewig warten können. Auch möchten die Einheimischen generell keinen Aufwand betreiben und erwarten, dass man zu ihnen kommt. Während wir an unserem ersten Tag in der Stadt unterwegs waren haben wir einen Campervan von einem Kanadier besichtigt, der uns aber nicht gefallen hat. Für den nächsten Tag hatten wir leider keinen Termin für eine Besichtigung und sind so noch einmal in die Stadt gefahren. Nach zwei Tagen in der Stadt hat es uns dann aber auch gereicht und wir wollten nur noch eines: mobil sein und raus aus der Stadt.

Am nächsten Morgen kamen die zwei deutschen Backpacker vorbei um uns ihr Wohnmobil zu zeigen. Wir haben ihn uns von außern und innen angeguckt und sie haben uns gezeigt, wie alles im Fahrzeug funktioniert. Danach sind wir eine kleine Probefahrt um den Block gefahren. Tobi und ich guckten uns an und wir beide dachten nur „diesen Cammper wollen wir haben!“ Die beiden hatten für den Mittag und Nachmittag noch andere Besichtigungen und weil wir nicht riskieren wollten, dass sich jemand anders für das Auto entscheidet, haben wir direkt zugesagt. Das Risiko wäre viel zu hoch gewesen, dass das Auto dann verkauft worden wäre.

Es war direkt Liebe auf dem ersten Blick! Er heißt Willie, ist 1989 geboren und eigentlich ist er uns viel zu alt. Da unser letzter Campervan in Neuseeland von 1992 war und wir so viele Probleme mit ihm hatten, hatten wir von den alten „Schrottautos“ eigentlich die Nase voll und wollten jetzt zumindest ein Auto von 1995. Aber trotzdem war Willie perfekt. Mit seinen 28 Fuß (8,5 Meter) ist er uns auch eigentlich zu groß, aber was solls. Die Besitzer wollten 8200$ für ihn haben, ein fairer Preis. Die anderen Van’s, die wir noch an dem Tag besichtigen wollten, waren zwar von 1994 oder 1996, aber sollten mit 15000$ das doppelte kosten.

Check beim Mechaniker

Auf einen Check beim Mechaniker haben wir verzichtet, da wir für einen Check erst noch einen Termin hätten vereinbaren müssen. In der Wartezeit bis zum Termin könnten unsere Verkäufer das Auto natürlich auch den anderen Interesennten gezeigt haben und es wäre höchstwahrscheinlich weg gewesen. So haben wir uns auf unser gutes Gefühl verlassen. Tobi hat glücklicherweise auch Ahnung von Autos und unsere Verkäufer haben uns erklärt, was sie oder die Vorbesitzer an dem Auto repariert haben (zB. hat es ein neues Getriebe und zwei neue Benzinpumpen) und was sie noch reparieren würden. Für nur 8200 $ kann man außerdem nicht viel falsch machen und wir haben das Auto mit gutem Gewissen gekauft.

Wir waren sehr zufrieden und erleichtert, das perfekte Fahrzeug gefunden zu haben. Da unsere Verkäufer ihr zu Hause noch in den nächsten Tagen brauchten um auszuziehen und sich ein Mietauto zu besorgen, konnten sie uns das Auto leider erst in zwei Tagen geben. Darüber waren wir etwas enttäuscht und auch hatten wir Angst, dass sie ihn doch noch an wen anderes verkaufen 😀 aber warum sollten sie. Wir hatten unsere AirBnB Wohnung ohnehin bis zu dem Samstag gebucht und bezahlt und jetzt hieß es nur eins: warten.

Auto registrieren beim Autoplan Broker

Als es endlich soweit war, sind wir mit dem Auto, welches sich unser Mitstreiter Max recht spontan einen Tag vorher gekauft hat, und allem Gepäck zu unseren Verkäufern gefahren. Dort sind wir dann anschließend zum Autoplan Broker (sowas wie ein Versicherungshändler) gefahren. Alles, was für den Autoverkauf notwendig ist, wird beim Autoplan Broker geregelt. Es gibt in jeder Stadt mehrere Filialen, welche teilweise auch am Samstag und Sonntag bis Abends geöffnet haben. Weil wir unser Auto an einem Samstag auf uns registrieren lassen wollten, waren wir sehr froh darüber.

Bei der Registrierung beim Autoplan Broker gibt es einige Dinge zu beachten:

  • man benötigt eine Adresse in British Columbia (wir haben uns einfach eine von einem nahegelegenen Hotel ausgesucht mit der Begründung, dass wir dort erstmal bleiben und uns einen Job suchen. In einer Kleinstadt ist die Versicherung oft günstiger als inmitten der Großstadt)

 

  • man benötigt zwei Identifikationsdokumente in Englisch. Hier empfiehlt es sich den Reisepass zu nehmen. Die Mitarbeiter wussten erst nicht, was sie uns als zweites Dokument anerkennen können, haben sich dann aber darauf geeinigt, dass unser internationaler Führerschein ausreichend ist.

 

  • man soll sich hauptsächlich in Britisch Columbia aufhalten. Da wir noch nicht wissen wo wir arbeiten, können wir dies eigentlich nicht sagen, dass wir uns dort die meiste Zeit aufhalten werden. Daher haben wir einfach angegeben, dass unser Fahrzeug für Freizeitaktivitäten genutzt wird und wir uns die meiste Zeit in BC aufhalten werden. Kontrollieren kann das natürlich eh keiner

 

  • Versicherungssumme für Sachbeschädigung und Personenschäden. Wir haben uns dafür entschieden, von den 200.000 $ auf 3 Mio $ Deckungssumme zu erhöhen. Auf eine Diebstahlversicherung sowie auf eine Feuer/Eis Versicherung verzichten wir hingegen.

 

  • Versicherungsdauer. Da wir ein Jahr in Kanada bleiben wollen, haben wir uns für eine Jahresversicherung von 12 Monaten entschieden. Man kann entweder monatlich zahlen oder einmal den Gesamtbeitrag. Unser Auto ist während der Versicherungsdauer in Kanada und sogar in den USA versichert.

Nachdem wir unser Haftpflichtversicherung abgeschlossen und bezahlt hatten bekamen wir vom Versicherungsvertreter unsere Kennzeichen ausgehändigt. Zu dem Verkaufspreis des Autos kommen dann noch 12% Steuern. Wir haben für die Registrierung inklusive Versicherung 1833 $ bezahlt. Max hatte sein Auto einen Tag vorher bei einem anderen Broker angemeldet und aus unerklärlichen Gründen, bezahlt es ganze 1000$ mehr als wir. Wir können uns das nur damit erklären, dass unser Fahrzeug ein Campervan ist und seines nicht, da es nur einen Campinggaufsatz hat.

 

Schadensfreiheitnachweis

Wer in Deutschland bereits ein eigenes Auto hatte und immer unfallfrei gefahren ist, kann sich von seiner Versicherungsgesellschaft einen Bescheid darüber auf Englisch ausstellen lassen. Mit diesem Nachweis erhält man die Versicherung in Kanada deutlich günstiger, da man belegen kannst, ein guter Fahrer zu sein. Da Tobi in Deutschland mit seinem Auto nur über seine Eltern versichert war, ging dies leider nicht. Ohnehin haben wir das in unserer Eile ganz vergessen. Wir hatten zwar schon drei verschiedene Campervans zusammen in Australien oder Neuseeland, aber da wären wir an solch einen Nachweis nur seeehr schwer rangekommen.

British Columbia Automobile Association

Darüber hinaus, kann man der British Columbia Automobile Association beitreten. Der Automobil Club von British Columbia ist vergleichbar mit dem ADAC in Deutschland, nur das man im Notfall sogar Benzin geliefert bekommt. Wir haben uns aber dagegen entschieden, da man im Notfall die Versicherung abschließen kann (sofern man Netz hat) und dann 48 Stunden warten muss, ehe man abgeschleppt werden kann. Also leben wir erstmal auf Risiko und sparen uns die 170$ für ein Jahr. Ob wir das noch bereuen werden, werden wir sehen.

Wir sind sehr froh, nun endlich in unser neues großes Abenteuer starten zu können!

Wo es zu erst hin geht, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

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