Wie findet man in Australien mit dem Working Holiday Visum einen Job? Erfahre jetzt alles zur Jobsuche und wie man am besten als Work and Traveler in Australien einen Job findet.

Es gibt viele Wege um beim Work and Travel Aufenthalt in Australien (und auch Neuseeland) einen Job zu bekommen. Vieles davon haben wir schon selber ausprobiert. Ich erläutere dir hier die Möglichkeiten und wie erfolgreich wir damit waren. Manchmal hatten wir innerhalb eines Tages einen Job, manchmal hat es eine Woche gedauert. Aber am Ende haben wir immer einen gefunden. Also nicht aufgeben. Es lohnt sich beim dem Ort flexibel zu sein – im Idealfall mit eigenem Auto.

In Australien gibt es nicht nur Fruitpicking Jobs, sondern auch noch viele andere, die auch für Backpacker geeignet sind. Wir haben während unseren zweijährigen Australien Aufenthaltes entgegen meiner Erwartung nicht einmal als Fruitpicker gearbeitet. Fruitpicken kann per Stunde oder auch per Bin bezahlt werden. Im allgemeinen handelt es sich aber um eine recht anspruchslose Arbeit.

Hier sind unsere Tipps zur Jobsuche mit dem Working Holiday Visum in Australien sowie unsere persönliche Erfahrung dazu Jobs

Lebensläufe verteilen

Viele Backpacker verteilen in den großen Städten wie Perth, Melbourne, Sydney und Brisbane ihren Lebenslauf bei Restaurants, Cafe’s und Bar’s. Man gibt seinen Lebenslauf also persönlich ab, auch wenn dort keine Stelle ausgeschrieben ist. Manchmal hängt auch ein Zettel an der Tür wie „staff wanted“ oder „position available“. Diese Stellenanzeigen sind dann manchmal nirgendwo anders ausgeschrieben und man findet sie nur im Vorbeigehen. Das Verteilen von Lebensläufen eignet sich bevorzugt für Gastronomie oder Hotellerie Jobs.

Unsere Erfahrung dazu: Ich habe in Perth in der Innenstadt meinen CV (Lebenslauf) in Restaurant’s, Bar’s und Cafe’s verteilt, leider ohne Erfolg. Die meisten Restaurant’s und Cafe’s haben offenbar keinen gesucht oder meinen CV auf einen Stapel gelegt, wo offensichtlich schon so manch andere Lebensläufe lagen. Falls man nach einer Woche noch nichts gehört hat kann es sich lohnen noch mal persönlich vorbeizugehen und nachzufragen. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich selber zu dem Zeitpunkt nicht mehr motiviert genug war um noch mal nachzuhaken.

 

Gumtree

Bei Gumtree (ähnlich wie Ebay) gibt es zwei Möglichkeiten um Arbeit zu finden:

  • Erstelle eine Anzeige, dass DU einen Job suchst (job opening). Meistens haben wir sogar zwei Anzeigen gemacht um erfolgreicher zu sein. Eine hat Tobi gemacht, z.B. unter „other jobs“ und ich habe eine unter „hospitality & tourism“ eröffnet. Wenn wir gereist sind und zwischen zwei Orten arbeiten wollten, haben wir täglich den Standort geändert.
  • Selber auf Gumtree Stellenanschreibungen durchsuchen und potenzielle Arbeitgeber anschreiben und anrufen. Mehrmals täglich haben wir auf Gumtree die Anzeigen durchsucht in allen Kategorien und für alle Orte, wo wir uns vorstellen konnten, für einen Job hinzufahren.

Dies sind die wichtigsten Einstellungen für Backpacker: Casual/Temporary (auch als casual kannst du Vollzeit arbeiten. Das Casual steht nur dafür, dass dir kein bezahlter Urlaub und keine bezahlten Krankheitstage zustehen) Manche Jobs sind allerdings auch unter Full-time gelistet. Hourly Rate, wenn du pro Stunde bezahlt werden möchtest. Kann man aber auch einfach auslassen. Den Ort + 500KM. So werden dir alle Jobs im Umkreis von 500 Kilometer angezeigt. Hier empfiehlt es sich den Ort einige Male zu ändern wenn du an weit entfernten Orten guckst und nicht weißt, welche Stadt am nächsten liegt.

Unsere Erfahrung mit Gumtree: in 90% der Fälle haben wir über Gumtree einen Job gefunden. Für uns ist Gumtree die beste Möglichkeit einen Job zu finden. Oft werden auch Jobs für Paare oder zwei Freunde gesucht und so haben wir die meiste Zeit immer gemeinsam arbeiten können.

Hier arbeiten wir in einem Roadhouse als Koch, Kitchenhand und an der Kasse als Bedienung. Bekommen haben wir den Job zusammen über Gumtree.

Working Hostels

Working Hostels sind Unterkünfte, die mit Farmen zusammen arbeiten. Man übernachtet im Hostel und bekommt einen Job vermittelt, manchmal sogar mit Transport. Meistens handelt es sich um Fruitpicking oder Packhouse Jobs. Diese sind entweder stündlich oder per Bin bezahlt.

Unsere Erfahrung mit Working Hostels: wir haben in zwei Jahren Australien nicht einmal in einem Working Hostel gearbeitet. Es mag zwar auch gute Arbeitgeber geben, aber wir haben schon viel Schlechtes über Working Hostels gehört. Viele bekommen einen Job versprochen, müssen die Miete im Voraus zahlen und haben nach zwei Wochen immer noch keinen Job. Von daher sollte man Working Hostels mit Vorsicht genießen und lieber einmal das Hostel googeln oder in Facebook nach fragen.

 

In den Facebook-Gruppen suchen

In den Facebook-Gruppen wie „Backpacker Jobs in Australia“ werden regelmäßig Jobangebote veröffentlicht und genauso kann man hier rein posten, dass man Arbeit sucht. Außerdem gibt es die Gruppe „2nd Year Visa Jobs“, wo es speziell Jobangebote gibt die für das second year working holiday visa zählen. (Wer drei Monate/88 Tage in einem bestimmten Postleitzahlengebiet auf einer Farm arbeitet, der kann sich für das second year bewerben um ein Jahr länger in Australien zu bleiben.) Oft gibt es auch lokale Facebook-Gruppen, vor allem in Dörfern oder kleineren Städten wo Jobs gepostet werden (z.B. Broome noticeboard).

Unsere Erfahrung zu den Facebook-Gruppen: Auch wir haben schon über die Gruppen einen Job gesucht und so habe ich einen Wwoofing Job auf einer Farm gefunden. Bezahlte Arbeit haben wir aber nicht gefunden. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

 

Jobagenturen

In allen großen Städten gibt es eine Vielzahl von Jobagenturen, die auch für Backpacker mit dem Working Holiday Visa gerne Jobs vermitteln. Die meisten Agenturen haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert, wie Construction oder Gastronomie.

Unsere Erfahrung zu Jobagenturen: Ich habe so in Perth den Job auf der Blumenfarm bekommen und Tobi hat durch die Jobagenturen immer Construction Jobs bekommen.

 

Andere Jobportale

Neben Gumtree gibt es noch andere Jobportale wie Seek oder Indeed. Neben „richtigen Jobs“ kann man hier aber auch als Backpacker fündig werden.

Unsere Erfahrung mit anderen Jobportalen: Wir haben über Seek und Indeed keine Arbeit gefunden, sondern immer über Gumtree.

 

Raus aus der Stadt!

Viele Backpacker bleiben in der Stadt und wollen dort arbeiten. Es ist natürlich verlockend in einer Metropole wie Sydney und Melbourne zu leben und arbeiten. Es gibt hier reichlich Jobs, aber eine genauso große Konkurrenz, auch von einheimischen Studenten. In der Gastronomie (beim kellnern) arbeitet man oft nur Teilzeit und auch der Lohn ist nicht immer gut. Macht man wiederum Construction kann man auch in der Stadt viel Geld verdienen und Vollzeit arbeiten.

Unsere Erfahrung dazu: wir haben nur einmal in einer Stadt gearbeitet und zwar in Perth. Ansonsten haben wir rund um den australischen Kontinent gearbeitet. Dabei haben wir in sehr interessanten Orten gelebt von mittem im Outback bis zu einer tropischen Insel zwischen Australien und Papua Neuginea. Die interessantere Joberfahrung machst du unserer Meinung nach außerhalb der Städte. Wer kann schon von sich behaupten im Outback gearbeitet zu haben, 1000 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt?

 

Schwarze Bretter/Zeitungsinserate

Wer sucht heutzutage eigentlich noch einen Job am „schwarzen Brett“ oder in der Tageszeitung? Wenn wir bei Coles oder Woolworts einkaufen, schauen wir gelegentlich am schwarzen Brett, ob nicht jemand Arbeiter sucht.

Unsere Erfahrung dazu: Einen Job haben wir so nicht gefunden, aber einen Blick drauf werfen wenn man eh‘ gerade einkauft schadet nicht. In Zeitungen haben wir nie nach Stellenausschreibungen geguckt.

 

Findet man trotz allem keinen Job gibt es die Möglichkeit zu wwoofen, also für Unterkunft und Verpflegung zu arbeiten. Dabei hilft man für normalerweise vier Stunden am Tag, macht kein minus und kann in aller Ruhe nach einem bezahlten Job gucken. Darüber hinaus kann man als Aupair in einer Familie arbeiten. Hier passt man auf die Kinder auf, wohnt bei der Familie, bekommt alle Malzeiten und erhält ein kleines Taschengeld.

Hier sind alle Jobs, die wir in Australien hatten. Über Geld oder sein Gehalt spricht man ja bekanntlich nicht. Wir schon! Wir haben im Durchschnitt 700$ nach Steuern pro Woche verdient. Bei unserem besten Job haben wir 1000$ after tax pro Woche verdient. Wenn du auf den hinterlegten Namen klickst, kommst du zum jeweiligen Reisebericht.

  • Cape Tribulation, Queensland: Beach Resort und Campingplatz. 20$/Stunde. Zwei Monate gearbeitet.
  • Broome, Western Australia: Pferderennen. 23$/Stunde. Einen Tag gearbeitet.
  • Perth, Western Australia: Blumenfarm & Construction. 22$/Stunde. Einen Monat gearbeitet.
  • Kangaroo Island, South Australia: Abalonen Farm. 22$/Stunde. Sechs Wochen gearbeitet.
  • Thursday Island, Queensland: Hotel. 22$/Stunde Montag-Freitag. 24$ Samstags. 31$ Sonntags. Einen Monat gearbeitet.
  • Cape York, Queensland: Roadhouse. 700$/Woche inclusive Unterkunft und Essen. Einen Monat gearbeitet.
  • Derby, Western Australia: Roadhouse. 25$/Stunde. Fünf Monate gearbeitet.

Wenn du noch Fragen zur Jobsuche hast kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen. Viel Erfolg! 🙂

 

0

2 Gedanken zu “Work and Travel in Australien – Jobsuche”

  • Ich finde das so spannend! Ich hab mich nach der Schule (1992) einfach nicht richtig in die Welt getraut, weil es so wenig Erfahrungen um mich herum gab. Nix Internet, nix hilfreiche Blogberichte; da bin ich im Ländle kleben geblieben. Hätte ich so etwas mal damals lesen können! Habt weiter eine gute Zeit around the world!

    0
    • Hallo,
      da sagst du etwas! Heutzutage ist durch das Internet leider auch die Konkurrenz sehr hoch.
      Aber es macht das Reisen auf jeden Fall sehr einfach.
      Stellt man sich vor, man hätte nichts weiteres als eine Papier Landkarte zum reisen, würde dem ein oder anderen wohl doch etwas mulmig werden.
      Liebe Grüße 🙂

      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.