Nachdem wir zwei Wochen im Süden Lombok’s verbracht haben, wurde es Zeit weiter zu reisen. Wir sind mit dem Taxi quer über die Insel in den Norden, nach Bangsal gefahren. Von dort aus fahren öffentliche Boote und Schnellboote zu den drei Gili Inseln (Trawangan, Air und Meno).

Um zum Hafen zu kommen, muss man die letzten 500 Meter zu Fuß bis hinunter zum Wasser laufen, denn die Taxis dürfen einen nicht bis ganz zum Ende fahren. Wenn man nicht laufen möchte, oder zu viel Gepäck hat, kann man auch mit einer Pferdekutsche fahren. Wir möchten diese Transportart allerdings nicht unterstützen, da die Betreiber oft schlecht mit den Pferden umgehen und haben unser Gepäck gerne getragen und geschoben.

Gili Trawangan wird als die Party-Insel bezeichnet, Gili Meno hingegen als sehr ruhige „Honeymoon“ Insel. Gili Air ist ein gelungener Mix aus den beiden Inseln.

Gili bedeutet übrigens „kleine Insel“. Da wir vor ein paar Jahren schon auf Gili Trawangan, der größten der drei Inseln waren, hat es uns dieses mal nach Gili Air verschlagen. Die Überfahrt mit der public ferry hat 20’000 IDR gekostet und dauerte nur zehn Minuten. Mit dem Schnellboot kostet es 85’000 IDR und dauert fünf Minuten.

Demnach ist die kurze Überfahrt auch kein Problem für Leute, die Seekrank werden. Denn damit kennen wir uns nämlich leider sehr gut aus!

Auf Gili Air angekommen, ist uns sofort die typische Struktur der Gilis wieder ins Auge gesprungen. Am Hafen bildet sich immer das Hauptzentrum des Getummels. Bewegt man sich von dort weg, wird es immer ruhiger und man gelangt durch winzige Gassen in abgelegenere und versteckte Ecken. Hier findet man auch viele einheimische Häuser, denn dort leben nicht nur Touristen! Wir hatten uns im Vorhinein schon eine kleine, aber feine Unterkunft gebucht, das Melbao Homestay.*

Imke ist in die Blue Island Klinik auf Lombok, da ihr Bauch sich noch immer nicht groß gebessert hat. Wir haben gemerkt, dass man in Indonesien auch bei einem Arzt immer wieder einfach Medikamnte gegen Durchfall verschrieben bekommt, ohne das die Ursache untersucht wird. So haben wir diesmal sozusagen darauf bestanden, dass verschiedene Tests durchgeführt werden. Dabei wurde eine Salmonelleninfektion festgestellt. Zuvor hat Imke auf Lombok nur Medikamnte gegen die Säure im Magen bekommen, die ja gar nicht das Problem war. Jetzt hat sie eim Antibotikum bekommen.

Auf den Gili Inseln sind keine motorisierten Fahrzeuge erlaubt und durch die kleine Größe, ist das auch überhaupt kein Problem. Hier geht man entweder zu Fuß, mietet sich ein Fahrrad oder nimmt eine Kutsche. Am ersten Tag haben wir uns somit für 30’000 IDR ein Fahrrad gemietet, um erst einmal einen Überblick der Insel bekommen zu können. Schon nach wenigen Metern wurde uns klar, dass Fahrrad fahren hier nicht ganz so einfach ist. Denn die meiste Zeit mussten wir vom Rad absteigen und es durch tiefen Sand schieben -> Island life halt.

Unser erster Stop war natürlich die berühmte Schaukel, welche auf jeder Gili Insel zu finden ist. Bei unserer Insel Umrundung mit dem Fahrrad haben wir gemerkt, dass es rund um die Insel verteilt viele Schaukeln an den Stränden gibt.

Danach ging es weiter durch tiefen Sand, bis wir ziemlich nass geschwitzt waren und mir ist dann auch noch die Kette des Fahrrads gerissen. Damit hatten wir erst einmal genug und wir haben uns ein Restaurant gesucht, um einen kalten Shake zu trinken.

Der Besitzer hat unser Problem sofort bemerkt und meinte er könnte für uns den Vermieter anrufen und ein neues Fahrrad besorgen. Während wir also unseren leckeren Fruchtshake genossen haben, kam der Vermieter mit einem nagelneuen Fahrrad quer über die Insel gefahren, um dann unser kaputtes Rad wieder mit zu nehmen. Wir haben uns schon etwas schlecht für ihn gefühlt, aber die Menschen dort sind sehr nett und immer hilfsbereit! Somit konnte unsere Erkundungstour weiter gehen. Die Westseite der Insel ist sehr ruhig und die Ostseite ist mit vielen Restaurants und Hotels zugebaut.

Schnorcheln auf Gili Air

Am nächsten Tag haben wir früh morgens einen selbstorganisierten Schnorchelausflug gemacht, denn an der Ostseite der Insel befindet sich viele Korallenriffe direkt in Strandnähe! Wir haben 20’000 IDR für ein paar Finnen bezahlt und eine Schnorchelmaske haben wir natürlich immer mit dabei. In den Morgenstunden ist es auch noch fast windstill und wir haben schon nach wenigen Metern im Wasser viele Korallen und Fische gesehen. Natürlich kann man auch die Zerstörung des Riffes durch die ganzen Boote und früheres Dynamitfischen sehen. Auch Touristen, die sich mit ihren Flossen auf Korallen stellen, machen vieles kaputt. Wir haben wie immer versucht nichts zu berühren und vor allem nicht mit den Flossen durch die Korallen zu streifen.

Das Schnorcheln auf Gili Air hat uns generell überrascht, denn es war nicht alles zerstört und tot. An manchen Stellen im Wasser findet man künstliche Riffe, welche aus Metallgebilden entstehen, an welche kleine Korallenarme gebunden werden. Diese brauchen einige Jahre um zu wachsen, aber werden dann viel Schutz für die Fische bieten.

Nach unserem Schnorchelausflug haben wir uns an einen Strand im Süden der Insel gelegt. Allerdings war es sehr heiß und windstill, somit haben wir uns nach einer Stunde schon wieder auf den Rückweg in unsere Unterkunft gemacht.

Imke fühlte sich ab dem Nachmittag nicht gut, sie hatte einen dumpfen Schmerz im Bauch, der den restlichen Tag über anhielt. Man hat ja immer die Hoffnung, dasss es doch einfach wieder weg geht. In der Nacht hat sie dann so starke Schmerzen bekommen das wir nochmal in die „Klinik“ gegangen sind. Den dort anwesenden Krankenpfleger mussten wir erstmal wecken, was einige Minuten gedauert hat. Imke hat ohne weitere Untersuschung eine Spritze gegen die Schmerzen bekommen, da die vorherige Schmerztablette nicht geholfen hat, was auch der Grund war für uns, wieder in die Klinik zu gehen. Während wir auf die Wirkung der Spritze gewartet haben, ist der Krankenpfleger im Bett nebenan eingeschlafen. Ja, kein Scherz! Wir verstehen natürlich, dass er müde war, doch es ist ein sehr hilfloses Gefühl, wenn es einem wirklich nicht gut geht und einem niemand helfen kann. Auch die Hygiene ließ mehr zu wünschen übrig. Nachdem die Spritze mehr oder weniger gewirkt hat, haben wir die Klinik verlassen mit dem Gedanken „hier wollen wir nicht bleiben!“

Am nächsten Tag haben wir uns erst einmal ausgeruht. Da unser Flug erst in zwei Tagen ging, haben wir uns dazu entschieden, von Gili Air zurück nach Lombok zu fahren, um in ein richtiges Krankenhaus zu einem Arzt zu kommen. Somit blieben wir unsere letzten zwei Tage in Mataram, der Hauptstadt Lomboks. Imke ist in Mataram in das Harapan Keluarga Hospital, wo sie auch direkt untersucht wurde. Zu der Samonelleninfektion haben sich noch eine Harnwegsinfektion und eine Nierenbeckenentzündung dazugesellt, was ihre starken Schmerzen in der Nacht erklärt. Sie nimmt nun ein anderes Antibotikum. Somit kann diese Krankheitsgeschichte, die sich über die letzten drei Wochen hingezogen haben, endlich abgeschlossen werden. Von hier ging es wieder mit dem Flugzeug zurück nach Bali.

 

Bali

Auf Bali habe wir abschließend noch einmal vier Tage verbracht, bevor es in das nächste Land geht: Malaysia.

Imke hat sich einen zweistündigen Ausritt gebucht und ist durch die Reisfelder zu einem Strand nahe des Canggu Beach geritten.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Gili Air Reisebericht”

  • Schön zu sehen, dass Gili Air ja offenbar doch nicht ganz im Müll versinkt … Ich habe in letzter Zeit ein paar Berichte gesehen, dass es so schlimm dort sein soll. Als wir dort waren, gab es kein Problem mit Müll im Wasser. Vielleicht eine Frage der Jahreszeit?

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